Herstellung aus der Toquilla-Palme

Panamahut: Herstellung aus der Toquilla-Palme

Zwar gibt es inzwischen auch maschinelle Verfahren, um diesen Hut zu flechten (besser: zu weben), aber der größte Teil wird im traditionellen Handwerk produziert. Diese alte Kunst ist eine kleine Wissenschaft, die nur noch wenige junge Menschen anspricht. Dadurch wächst der Anteil der in Fabriken hergestellten Exemplare des Panamahutes.

Herstellung in traditioneller Webkunst

Die Arbeit der Flechter verläuft teilweise über mehrere Monate pro Hut. Das liegt an der äußerst feinen Musterung der Hüte. Diese sehen nicht nur optisch kaum wie Stoffhüte aus, sondern haben eine erstklassige Qualität – das dauert eben. Doch zuvor muss das Stroh aus der die Toquilla-Palme geschnitten werden. Dazu schneiden die Arbeiter die Blätter der Pflanze etwa alle drei Monate. Die abgeschnittenen Blätter werden dann fein säuberlich mit einer Art Kamm in Strähnen aufgelöst. Diese werden gekocht. Auf die feinen fadenartigen Streifen kommt nun Schwefelpulver und das Gemisch wird über einem offenen Feuer erhitzt. Das bleicht die Farbe des Strohs aus und gibt den Panamahüten den typischen naturnahen Beigeton. Noch einmal werden die Fäden abschließend zerrissen und damit noch feiner gemacht. Die möglichst geringe Breite des Strohs ist Garant für eine besonders gute Qualität des Hutes.

Die eigentliche Arbeit am Panamahut beginnt nun mit dem Weben. Dazu startet der Hutweber mit der Mitte des Oberteils. Ist dieses fertiggestellt, legt der Arbeiter das Werk zwischen einen Stein und einen Holzklotz. Auf Letzteren beugt er sich. In dieser Haltung greift er nun an die Ränder der Hutoberfläche, um von dort weiterzuweben. Ist der Hut in dieser Weise fertiggestellt, muss noch das überstehende Stroh verflochten und abgeschnitten werden. Selbstverständlich sind diese Endstücke anschließend nicht sichtbar.

Panamahut: Qualität und Muster

Ein Panamahut wäre nicht perfekt, wenn er nicht noch „versiegelt“ werden würde. Dies geschieht durch Schwefel, der in Pulverform geradezu in das Webwerk eingehämmert wird. Anschließend bekommt der Hut seine Form, indem er unter Einwirkung von Wärme, Feuchtigkeit und Druck über einen Block gezogen wird, der ähnlich wie Leisten für Schuhe als Formgeber wirkt.

Die besondere Qualität liegt nicht nur in der feinen Verarbeitung und in der liebevollen Veredelung, sondern ist auch im Webwerk zu sehen. Je feiner die Struktur, desto hochwertiger und teurer ist die außergewöhnliche Kopfbedeckung. Zwischen den Manufakturen gibt es zudem Unterschiede. So sind handgearbeitete Hüte aus den großen Zentren meistens an Schnecken, Rosetten und ähnlichen Formen im Muster zu erkennen. Andere Hüte zeigen eher eine Ringform im Muster. Die qualitative Spitze besetzen die Panamahüte aus Montecristi, die besonders leicht und atmungsaktiv, aber dennoch wasserabweisender und formbarer sind.

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